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Vor einiger Zeit verabredete eine deutsche Firma ein jährliches Wettrudern gegen eine japanische Firma, das mit einem Achter auf dem Rhein ausgetragen werden sollte. Beide Mannschaften trainierten lange und hart, um ihre höchste Leistungsstufe zu erreichen. Als der große Tag kam, waren beide Mannschaften topfit, doch die Japaner gewannen mit einem Vorsprung von einem Kilometer.

Nach dieser Niederlage war das deutsche Team sehr betroffen und die Moral war auf dem Tiefpunkt. Das obere Management entschied, dass der Grund für diese Niederlage unbedingt herausgefunden werden musste. Ein Projekt-Team wurde eingesetzt, um das Problem zu untersuchen und um geeignete Abhilfemaßnahmen zu empfehlen.

Nach langen Untersuchungen fand man heraus, dass bei den Japanern sieben Leute ruderten und ein Mann steuerte, während im deutschen Team ein Mann ruderte und sieben steuerten.

Das obere Management engagierte sofort eine Beraterfirma, die eine Studie über die Struktur des deutschen Teams anfertigen sollte. Nach einigen Monaten und beträchtlichen Kosten kamen die Berater zu dem Schluss, dass zu viele Leute steuerten und zu wenige ruderten.

Um eine weitere Niederlage gegen die Japaner vorzubeugen, wurde die Teamstruktur geändert. Es gab jetzt vier Steuerleute, zwei Obersteuerleute, einen Steuerdirektor und einen Ruderer. Außerdem wurde ein Leistungsbewertungssystem eingeführt, um dem Ruderer mehr Ansporn zu geben. „Wir müssen seinen Aufgabenbereich erweitern und ihm mehr Verantwortungsgefühl geben.“

Im nächsten Jahr gewannen die Japaner mit einem Vorsprung von zwei Kilometern. Das Management entließ den Ruderer wegen schlechter Leistungen, verkaufte die Ruder und stoppte alle Investitionen in ein neues Boot. Der Beratungsfirma wurde ein Lob ausgesprochen und das eingesparte Geld wurde dem oberen Management ausgezahlt.



Heute morgen bin ich guten Mutes aufgestanden, wie jeden Tag. Als ich in die Küche ging, um mir meinen Kaffee zu machen, habe ich mir den großen Zeh am Türrahmen angeschlagen... Meine Frau versuchte, meine Schmerzen zu lindern, und sie machte mir den Kaffee. Der war aber dermaßen heiß, dass ich mir meine Zunge verbrannte! Als ich versuchte, ein Brot zu toasten, bekam ich einen Stromschlag... In diesem Moment klingelte das Telefon. Es war meine Tochter, die den Bus verpasst hatte und wollte, dass ich sie abhole. Ich war dermaßen genervt, dass ich auch noch meine Tasse über mich verschüttete. Da ich mich nun eh noch mal umziehen musste, beschloss ich, eine wohltuende Dusche zu nehmen, um meine Nerven etwas zu beruhigen...

Das war dann der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte!

Ahhhhhhhhhhh..... Rutschhhhhhh.....

In Duschen soll es manchmal glatt sein!



Welcher Tee wann hilft

Gemütlich zurücklehnen und eine heiße Tasse Tee trinken - in der kalten Jahreszeit eine Wohltat für die Seele. Doch Tee kann noch mehr. Die Heilkräuter im Tee helfen dem Körper, gesund zu bleiben und das ein oder andere Zipperlein zu lindern. Doch bei den vielen Sorten kann man ganz schön durcheinander kommen. Hilft Kamillentee gegen Erkältungen oder ist er besser geeignet, um einen rumorenden Bauch zu beruhigen?

Wenn der Magen rebelliert können Sie ihn mit Kamillentee wieder beruhigen. Er wirkt krampflösend und setzt die Verdauung wieder in Gang. Nach einem zu üppigen Mahl hilft eine Tasse Kamillentee. Darin enthaltenes Menthol und bestimmte Gerbstoffe lösen Krämpfe und Gallenbeschwerden.

Auch bei Erkältungen verschafft die Kräuterapotheke Linderung. Thymian-Tee wirkt schleimlösend und lindert deshalb Hustenbeschwerden. Außerdem hemmt der Wirkstoff Thymol das Wachstum von Bakterien und Viren. Kratzt es im Hals, können Sie mit Salbei- oder Ringelblumentee gurgeln. Vitamin C hilft dem Körper ebenfalls im Kampf gegen Viren. Das ist besonders in Tees aus Hagebutte oder Holunder enthalten.

Der Lichtmangel in der kalten Jahreszeit macht nicht gerade gute Laune. Da tun die ätherischen Öle in vielen Kräutertees richtig gut. In Melissenblättern und Orangenblüte sind sie besonders zahlreich vorhanden und hellen die Stimmung auf. Für alle, die unter Stress stehen und Schlafprobleme haben, eignen sich Heilkräuter wie Hopfen oder Lavendel. Sie wirken beruhigend.

Mit dem Heißgetränk können Sie jedoch nicht nur akute Krankheiten lindern. Auch bei regelmäßigem Teegenuss tun Sie Ihrer Gesundheit einen Gefallen. Über ein Zuviel des Guten brauchen Sie sich keine Sorgen machen. Dass schwarzer oder auch grüner Tee den Körper entwässert und Herzrasen verursacht, ist inzwischen von der Wissenschaft widerlegt.

Tee ist kein Flüssigkeitsräuber, denn Bislang galt, dass Tee dem Körper Flüssigkeit entzieht. Untersuchungen belegen jedoch das Gegenteil. Demnach tragen schwarzer und grüner Tee sehr gut zur Flüssigkeitsversorgung des Körpers bei.

Im Tee stecken außerdem Spurenelemente wie Kalzium und Fluorid, die Zähne vor Karies schützen und die Knochen stärken. Ein Liter Tee deckt ein Großteil des Tagesbedarfs an Fluorid. Zudem enthält Tee so genannte Polyphenole, die im Mund die Umwandlung von Stärke in Zucker hemmen. Dadurch fehlt den Kariesbakterien Nahrung, aus der sie Zahnschädigende Säuren produzieren.

Forscher haben herausgefunden, dass so genannten Polyphenole des grünen Tees die Haut beim Sonnenbaden schützen können. Sie wirken als Radikalfänger. Die UV-Strahlung des Sonnenlichts schädigt Zellen und macht die Haut schlaff und faltig. Das Trinken von grünem Tee macht die Haut widerstandsfähiger. Die äußere Anwendung hilft ebenfalls: Auch wenn die Haut schon gerötet ist, können Lotionen mit Extrakten aus grünem Tee die Rötung lindern, empfiehlt Katrin Raschke, Diplom Oecotrophologin vom Deutschen Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik.

Tee senkt auch das Infarktrisiko, durch Rauchen, starke UV-Strahlung, aber auch durch Stoffwechselvorgänge werden im Körper Sauerstoffradikale freigesetzt, die Zellen schädigen und an der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beteiligt sind. Grüner Tee enthält einen hohen Anteil so genannter Antioxidantien, die freie Radikale binden unschädlich machen. In wissenschaftlichen Studien wurde festgestellt, dass Tee Trinken vor Arterienverkalkung, Bluthochdruck und Herzinfarkt schützen kann.

Grüner Tee hält jung. Grüner Tee gilt als natürliches Anti-Aging-Mittel. Er ist um ein vielfaches wirksamer als Vitamin E. Auch dabei spielen die im grünen Tee enthaltenen Antioxidantien eine große Rolle. Sie binden aggressive freie Radikale, die den Alterungsprozess und die Entstehung altersbedingter Krankheiten beschleunigen.

Nicht nur Kaffee, sondern auch Tee macht munter er enthält Koffein. Die Wirkung ist jedoch sanfter, aber hält länger an. "Tee regt an, aber nicht auf", sagt die Ernährungswissenschaftlerin Eva-Maria Schröder. Selbst Menschen mit hohem Blutdruck können ohne Gefahr 250 bis 300 Milligramm Koffein pro Tag aufnehmen. Das entspricht etwa fünf bis sechs Tassen Tee.

Tee schützt auch vor Keimen. Sowohl grüner als auch schwarzer Tee schützen vor Bakterien wie Durchfallerreger und Staphylokokken, die verschiedene Infektionskrankheiten hervorrufen können. Außerdem kann Tee zum Schutz vor Grippeviren beitragen. Grund hierfür sind die im Tee enthaltenen Catechine. Vor allem grüner Tee ist reich an diesen Substanzen, aber auch in schwarzem Tee kommen sie vor.

Tee führt nicht zu Eisenmangel. Gerbstoffe im schwarzen Tee werden in vielen Studien für Eisenmangel verantwortlich gemacht, weil sie Eisen aus der Nahrung binden und der Körper es schlechter aufnimmt. Neue Studien haben ergeben, dass die nicht für Eisen aus Fleisch gilt, sondern nur für in pflanzlicher Nahrung enthaltenes Eisen. Menschen mit normalem Eisenwerten müssen nicht auf die Tasse Tee zum Essen verzichten.

Tee-Extrakt gegen Vergesslichkeit. Inhaltsstoffe aus grünem Tee können möglicherweise vor der Alzheimer-Krankheit und vor Demenz schützen. Darauf deuten Studien aus den USA und England hin. Bislang wurde der Effekt aber nur bei Mäusen und nicht bei Menschen bestätigt. Allerdings betonen die Forscher, dass die tägliche Tasse Tee nicht zur Vorbeugung ausreicht, weil andere Stoffe im grünen Tee die Wirkung aufheben.

Tee hilft bei Erkältungen. Tee lindert Erkältungsbeschwerden. Holunder- und Lindenblütentee steigern die Abwehrkräfte und wirken fiebersenkend, harn- und schweißtreibend. Gegen Entzündungen helfen Tees aus Mädesüß-Blüten oder Weidenrinde. Bei Husten hilft eine Mischung aus Thymianblättern, Eibischwurzel, Fenchel und Süßholzwurzel. Diese Gesundheitstees gibt es in der Apotheke.
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Schwarzer Tee

Schwarzer Tee wird aus den getrockneten Blättern und Knospen des Teestrauchs gewonnen - ebenso wie grüner und weißer Tee. Der Unterschied zwischen den Sorten besteht in der Weiterverarbeitung. Die Blätter werden von Hand gepflückt. Anschließend trocknen sie an der Luft, wobei der austretende Saft mit dem Sauerstoff der Luft reagiert - das ist der Prozess der Fermentierung. Die bekanntesten Sorten sind Ceylon, Darjeeling und Assam. Schwarzer Tee wird mit kochendem Wasser aufgegossen. Auch Tee enthält Koffein, und er wirkt anregend, wenn er zwei bis drei Minuten zieht. Lässt man ihn länger ziehen, lösen sich auch die Gerbstoffe und er entfaltet eine beruhigende Wirkung. Geschmacksache ist, ob man schwarzen Tee mit einem Schuss Zitrone oder Milch, mit Zucker oder Honig genießt.
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Grüner Tee

Grüner Tee wird nicht fermentiert. Die gepflückten Teeblätter werden kurz erhitzt oder geröstet. Das verhindert die Fermentierung, und die Wirkstoffe des frischen Blattes bleiben erhalten. Grüner Tee enthält besonders viele Vitamine und Mineralstoffe und der Koffeingehalt ist deutlich geringer als bei schwarzem Tee. Bei der Zubereitung ist es wichtig, dass man grünen Tee nicht mit kochendem Wasser aufgießt - dann wird er bitter und fast ungenießbar. Man lässt Wasser kochen und dann zehn Minuten abkühlen, ehe man den Tee aufbrüht. Grüner Tee schmeckt am besten, wenn man ihn anderthalb bis zwei Minuten ziehen lässt. Übrigens kann man die Blätter bis zu vier Mal wieder aufgießen. Echte Kenner schütten den ersten Aufguss weg und genießen den zweiten, der ein anderes Aroma entfaltet.
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Oolong Tee

Oolong Tee lässt sich zwischen grünem und schwarzen Tee einordnen. Man bezeichnet ihn auch als halbfermentierten Tee. Nach dem Pflücken trocknet er an der Luft, allerdings nicht so lange wie Schwarztee. Die Fermentierung wird durch Erhitzen der Teeblätter unterbrochen. Oolong Tee enthält weniger Koffein als schwarzer Tee, aber mehr als grüner. Sein Aroma wird als "blumig" beschrieben. Man brüht ihn mit heißem, aber nicht mehr kochendem Wasser auf uns lässt ihn drei Minuten ziehen. Der Name Oolong bedeutet übrigens "schwarzer Drache".
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Weißer Tee

Weißer Tee ist eine chinesische Spezialität. Er gilt als Kaiser unter den Tees, weil er nur aus den ungeöffneten Knospen von Spitzensorten gewonnen wird - so zu sagen die Auslese. Der Name leitet sich von den silbrig-weißen Härchen an der Unterseite der getrockneten Teeblätter ab. Weißer Tee wird nicht fermentiert. Er wird ähnlich wie grüner Tee zubreitet, also mit heißem, aber nicht mehr kochenden Wasser aufgegossen. Man lässt ihn zwei bis drei Minuten ziehen. Ein Aufguss kann mehrmals verwendet werden.
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Rotbuschtee

Rooibostee, auch Rotbuschtee genannt, gilt als Nationalgetränk Südafrikas und ist inzwischen auch in Deutschland sehr populär. Der Name soll von der dunkelroten Farbe des Teeaufgusses angeleitet worden sein. Rooibos ist eine Pflanze, die zu den Hülsenfrüchten zählt und nur in Südafrika wächst. Dort wird Rooisbos auch zum Kochen und zur Kosmetikherstellung verwendet. Er ist reich an Vitamin C, Fluor und Eisen. Im Unterschied zu schwarzem oder grünem Tee enthält Rooibostee kein Koffein und kaum Gerbstoffe. Deshalb schmeckt er milder. Weil er von Natur aus ein süßliches Aroma hat, kann man ihn gut ohne Zucker genießen. Man gießt ihn mit kochendem Wasser auf und lässt ihn drei bis fünf Minuten ziehen.
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Mate Tee

Der in Südamerika beheimatete Mate Strauch gehört nicht zu den Teepflanzen, sondern zur Familie der Stechpalmen. Der Aufguss der getrockneten Blätter ergibt ein Tee-ähnliches Getränk mit herbem Aroma. Wegen seines Koffeingehalts wirkt Mate Tee belebend, zudem gilt er als Appetitzügler. Je nach Grad der Fermentierung unterscheidet man grünen und gerösteten Mate Tee.
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Dieser Gott ist nicht tot. Die Sonne und der Mond sterben nie! ... Sagte Atahualpa, der letzte Inca, den Spaniern, die ihn gefangen genommen und mit Blut und Feuer die am weitesten entwickelte Zivilisation Lateinamerikas unterworfen hatte: die Incas, die von sich sagten, Söhne der Sonne zu sein.

Und das, weil der Inca ursprünglich von diesem göttlichen Stern abstammt, welcher der Legende nach seinen Sohn Manco Capac befahl, ein Imperium zu gründen, das sich vom heutigen El Ecuador über Peru bis Bolivien erstrecken sollte.

Die Ländereien, der Mond, die Erde, die Felsen und die Bäume – alle waren lebende Wesen, die sich in der Mythologie der Inca untereinander unterhielten. Sie alle waren Götter, gemalt durch das heiße Gold von Vater Sonne, dem Schöpfer aller Dinge, einer allgegenwärtigen und ewigen Persönlichkeit.

Dann schloss der Mensch einen Pakt mit den Göttern und wuchs bis zur Dimension eines Berges an, um in großen Schritten zum Machu Picchu aufzusteigen und riesige Steinblöcke wie die in Sacsayhuaman zu transportieren oder Figuren in den Sand zu zeichnen wie die von Nazca, die man nur sehen konnte, wenn man sich wie ein Condor erhob, dem göttlichen Vogel des Firmaments und der Freiheit.

So prächtig war das Imperium der Incas, wie sein Vater, die Sonne, die noch lebt und allgegenwärtig ist und der es wie schon im 16. Jahrhundert, als der letzte Inca starb, gefällt, dass die Menschen als Teil der Götter ihr mit Blasinstrumenten Musik darbringen und dabei die Natur nachahmen, die so gelassen und ruhig ist wie die Hochebenen von Peru.



Von den Flusstälern und Höhen der Berge, aus dem Urwald und den Hochebenen entspringen die Lieder, die die einfache und ewige Seele des Volkes sind. Aus den traditionellen Formen die unsere Väter und Großväter uns lieben gelernt haben nehmen wir ihre Gefühle und lassen sie neu auferstehen mit den Gefühlen unserer Erlebnisse. Mit dieser Art von Transfusion von Generation zu Generation, ehren wir den anonymen, den populären Schöpfer, der sie das Leben, die Würze und das Herz gab und gibt, um unsere Lieder zu lieben.



An einem schönen Sommertag um die Mittagszeit war große Stille am Waldrand.
Die Vögel hatten ihre Köpfe unter die Flügel gesteckt, und alles ruhte. Da streckte der Buchfink sein Köpfchen hervor und fragte: „Was ist eigentlich das Leben?“ Alle waren betroffen über diese schwierige Frage. Im großen Bogen flog der Buchfink über die weite Wiese und kehrte zu seinem Ast im Schatten des Baumes zurück.

Die Heckenrose entfaltete gerade ihre Knospe und schob behutsam ein Blatt ums andere heraus. Sie sprach: „Das Leben ist eine Entwicklung.“ Weniger tief veranlagt war der Schmetterling. Er flog von einer Blume zur anderen, naschte da dort und sagte: „Das Leben ist lauter Freude und Sonnenschein.“ Drunten im Gras mühte sich eine Ameise mit einem Strohhalm, zehnmal länger als sie selbst, und sagte: „Das Leben ist nichts anderes als Mühsal und Arbeit.“

Geschäftig kam eine Biene von der honighaltigen Blume auf der Wiese zurück und meinte dazu: „Nein, das Leben ist ein Wechsel von Arbeit und Vergnügen.“

Wo so weise Reden geführt wurden, steckte auch der Maulwurf seinen Kopf aus der Erde und brummte: „Das Leben? Es ist ein Kampf im Dunkeln.“

Nun hätte es fast einen Streit gegeben, wenn nicht ein feiner Regen eingesetzt hätte, der sagte: „Das Leben besteht aus Tränen, nichts als Tränen.“ Dann zog er weiter zum Meer. Dort brandeten die Wogen und warfen sich mit aller Gewalt gegen die Felsen und stöhnten: „Das Leben ist ein stets vergebliches Ringen nach Freiheit.“

Hoch über ihnen zog majestätisch der Adler seine Kreise. Er frohlockte: „ Das Leben, das Leben ist ein Streben nach oben.“ Nicht weit vom Ufer entfernt stand eine Weide. Sie hatte der Sturm schon zur Seite gebogen.

Sie sagte: „Das Leben ist ein Sichneigen unter einer höheren Macht.“ Dann kam die Nacht. Mit lautlosen Flügeln glitt der Uhu über die Wiese dem Wald zu und krächzte: „Das Leben heißt: die Gelegenheit nützen, wenn andere schlafen.“ Und schließlich wurde es still in Wald und Wiese. Nach einer Weile kam ein junger Mann des Wegs. Er setzte sich müde ins Gras, streckte dann alle viere von sich und meinte, erschöpft vom vielen Tanzen und Trinken: „Das Leben ist das ständige Suchen nach Glück und eine lange Kette von Enttäuschungen.“

Auf einmal stand die Morgenröte in ihrer vollen Pracht auf und sprach: „Wie ich, die Morgenröte, der Beginn des neuen Tages bin, so ist das Leben der Anbruch der Ewigkeit.“



Es war einmal ein König, der hatte einen großen Wald bei seinem Schlosse, darin lief Wild aller Art herum. Zu einer Zeit schickte er einen Jäger hinaus, der sollte ein Reh schießen, aber er kam nicht wieder. "Vielleicht ist ihm ein Unglück zugestoßen", sagte der König und schickte den folgenden Tag zwei andere Jäger hinaus, die sollten ihn aufsuchen, aber die blieben auch weg. Da ließ er am dritten Tag alle seine Jäger kommen und sprach: "Streift durch den Wald und lasst nicht ab, bis ihr sie alle drei gefunden habt." Aber auch von diesen kam keiner wieder heim, und von der Meute Hunde, die sie mitgenommen hatten, ließ sich keiner wieder sehen. Von der Zeit an wollte sich niemand mehr in den Wald wagen, und er lag da in tiefer Stille und Einsamkeit, und man sah nur zuweilen einen Adler oder Habicht darüber hinfliegen. Das dauerte viele Jahre; da meldete sich ein fremder Jäger bei dem König, suchte eine Versorgung und erbot sich, in den gefährlichen Wald zu gehen. Der König aber wollte seine Einwilligung nicht geben und sprach: "Es ist nicht geheuer darin; ich fürchte, es geht dir nicht besser als den anderen, und du kommst nicht wieder heraus." Der Jäger antwortete: "Herr, ich will's auf meine Gefahr wagen; von Furcht weiß ich nichts."

Der Jäger begab sich also mit seinem Hund in den Wald. Es dauerte nicht lange, so geriet der Hund einem Wild auf die Fährte und wollte hinter ihm her; kaum aber war er ein paar Schritte gelaufen, so stand er vor einem tiefen Pfuhl, konnte nicht weiter, und ein nackter Arm streckte sich aus dem Wasser, packte ihn und zog ihn hinab. Als der Jäger das sah, ging er zurück und holte drei Männer, die mussten mit Eimern kommen und das Wasser ausschöpfen. Als sie auf den Grund sehen konnten, lag da ein wilder Mann, der braun am Leib war, wie rostiges Eisen, und dem die Haare über das Gesicht bis zu den Knien herabhingen. Sie banden ihn in Stricken und führten ihn fort in das Schloss. Da war große Verwunderung über den wilden Mann, der König aber ließ ihn in einen eisernen Käfig auf seinen Hof setzen und verbot bei Lebensstrafe, die Tür des Käfigs zu öffnen, und die Königin musste den Schlüssel selbst in Verwahrung nehmen. Von nun an konnte ein jeder wieder mit Sicherheit in den Wald gehen.

Der König hatte einen Sohn von acht Jahren, der spielte einmal auf dem Hofe, und bei dem Spiele fiel sein goldener Ball in den Käfig. Der Knabe lief hin und sprach: "Gib mir meinen Ball heraus." - "Nicht eher", antwortete der Mann, "als bis du mir die Tür aufgemacht hast." - "Nein", sagte der Knabe, "das tue ich nicht, das hat der König verboten", und lief fort. Am anderen Tag kam er wieder und forderte seinen Ball. Der wilde Mann sagte: "Öffne meine Tür", aber der Knabe wollte nicht. Am dritten Tag war der König auf die Jagd geritten, da kam der Knabe nochmals und sagte: "Wenn ich auch wollte, ich kann die Tür nicht öffnen, ich habe den Schlüssel nicht". Da sprach der wilde Mann: "Er liegt unter dem Kopfkissen deiner Mutter, da kannst du ihn holen." Der Knabe, der seinen Ball wiederhaben wollte, schlug alles Bedenken in den Wind und brachte den Schlüssel herbei. Die Tür ging schwer auf, und der Knabe klemmte sich den Finger. Als sie offen war, trat der wilde Mann heraus, gab ihm den goldenen Ball und eilte hinweg. Dem Knaben war Angst geworden, er schrie und rief ihm nach: "Ach, wilder Mann, geh' nicht fort, denn wenn meine Eltern bemerken, dass ich dich freigelassen habe, werden sie mich schlagen." Der wilde Mann kehrte um, hob ihn auf, setzte ihn auf seinen Nacken und ging mit schnellen Schritten in den Wald hinein. Als der König heimkam, bemerkte er den leeren Käfig und fragte die Königin, wie das zugegangen wäre. Sie wusste nichts davon, suchte den Schlüssel, aber er war weg. Sie rief den Knaben, aber niemand antwortete. Der König schickte Leute aus, die ihn auf dem Felde suchen sollten, aber sie fanden ihn nicht. Da konnte er leicht erraten, was geschehen war, und es herrschte große Trauer an dem königlichen Hofe.

Als der wilde Mann wieder in dem finsteren Wald angelangt war, setzte er den Knaben von den Schultern herab und sprach zu ihm: "Vater und Mutter siehst du nie wieder, aber ich will dich bei mir behalten, denn du hast mich befreit, und ich habe Mitleid mit dir. Wenn du alles tust, was ich dir sage, sollst du's gut haben. Schätze und Gold habe ich genug und mehr als jemand auf der Welt." Er machte dem Knaben ein Lager von Moos, auf dem er einschlief, und am anderen Morgen führte ihn der Mann zu einem Brunnen und sprach: "Siehst du, der Goldbrunnen ist hell und klar wie Kristall. Du sollst dabeisitzen und Acht haben, dass nichts hineinfällt, sonst ist er verunehrt. Jeden Abend komme ich und sehe, ob du mein Gebot befolgt hast." Der Knabe setzte sich an den Rand des Brunnens, sah, wie sich manchmal ein goldener Fisch, manchmal eine goldene Schlange darin zeigte, und er hatte acht, dass nichts hineinfiel. Als er so saß, schmerzte ihn einmal sein Finger so heftig, dass er ihn unwillkürlich in das Wasser steckte. Er zog ihn schnell wieder heraus, sah aber, dass er ganz vergoldet war, und wie große Mühe er sich gab, das Gold wieder abzuwischen, es war alles vergeblich. Abends kam der Eisenhans zurück, sah den Knaben an und sprach: "Was ist mit dem Brunnen geschehen?" - "Nichts, nichts", antwortete er und hielt den Finger auf den Rücken, dass er ihn nicht sehen sollte. Aber der Mann sagte: "Du hast den Finger in das Wasser getaucht. Diesmal mag's hingehen, aber hüte dich, dass du nicht wieder etwas hineinfallen lässt." Am frühesten Morgen saß der Knabe schon bei dem Brunnen und bewachte ihn. Der Finger tat ihm wieder weh, und er fuhr damit über seinen Kopf, da fiel unglücklicherweise ein Haar hinab in den Brunnen. Er nahm es schnell heraus, aber es war schon ganz vergoldet. Der Eisenhans kam und wusste schon, was geschehen war. "Du hast das Haar in den Brunnen fallen lassen", sagte er, "ich will dir's noch mal nachsehen, aber wenn's zum dritten Mal geschieht, so ist der Brunnen entehrt, und du kannst nicht länger bei mir bleiben." Am dritten Tag saß der Knabe am Brunnen und bewegte den Finger nicht, wenn er ihm noch so weh tat. Aber die Zeit ward ihm lang, und er betrachtete sein Angesicht, dass auf dem Wasserspiegel stand. Und als er sich dabei immer mehr beugte und sich recht in die Augen sehen wollte, da fielen ihm seine langen Haare von den Schultern herab in das Wasser. Er richtete sich schnell in die Höhe, aber das ganze Haupthaar war schon vergoldet und glänzt wie eine Sonne. Der Knabe erschrak, nahm sein Taschentuch, und band es um den Kopf, damit es der Mann nicht sehen sollte. Als er kam, wusste er schon alles und sprach: "Binde das Tuch auf!" Da quollen die goldenen Haare hervor; und der Knabe mochte sich entschuldigen, wie er wollte, es half ihm nichts. "Du hast die Probe nicht bestanden", sprach der Mann, "und du kannst nicht länger hier bleiben. Geh' hinaus in die Welt, da wirst du erfahren, wie die Armut tut. Aber weil du kein böses Herz hast und ich's gut mit dir meine, so will ich dir eins erlauben: wenn du in Not gerätst, so geh' zu dem Wald und rufe 'Eisenhans', dann will ich kommen und dir helfen. Meine Macht ist groß, größer als du denkst, und Gold und Silber habe ich im Überfluss."

Da verließ der Königssohn den Wald und ging über gebahnte und ungebahnte Wege immer zu, bis er zuletzt in eine große Stadt kam. Er suchte da Arbeit, aber er konnte keine finden und hatte auch nichts erlernt, womit er sich hätte Forthelfen können. Endlich ging er in das Schloss und fragte, ob sie ihn behalten wollten. Die Hofleute wussten nicht, wozu sie ihn brauchen sollten, aber sie hatten Wohlgefallen an ihm und hießen ihn bleiben. Zuletzt nahm ihn der Koch in den Dienst und sagte, er könnte Holz und Wasser tragen und die Asche zusammenkehren. Einmal, als gerade kein anderer zur Hand war, hieß ihn der Koch die Speisen zur königlichen Tafel tragen; da er aber seine goldenen Haare nicht wollte sehen lassen, so behielt er sein Hütchen auf. Dem König war so etwas noch nicht vorgekommen, und er sprach: "Wenn du zur königlichen Tafel kommst, musst du deinen Hut abziehen." - "Ach Herr", antwortete er, "ich kann nicht, ich habe einen bösen Grind auf dem Kopf." Da ließ der König den Koch herbeirufen, schalt ihn und fragte, wie er einen solchen Jungen hätte in seinen Dienst nehmen können; er sollte ihn gleich fortjagen. Der Koch aber hatte Mitleiden mit ihm und vertauschte ihn mit dem Gärtnerjungen.

Nun musste der Junge im Garten pflanzen und begießen, hacken und graben und Wind und böses Wetter über sich ergehen lassen. Einmal im Sommer, als er allein im Garten arbeitete, war der Tag so heiß, dass er sein Hütchen abnahm und die Luft ihn kühlen sollte. Wie die Sonne auf das Haar schien, glitzerte und blitzte es, dass die Strahlen in das Schlafzimmer der Königstochter fielen und sie aufsprang, um zu sehen, was das wäre. Da erblickte sie den Jungen und rief ihn an: "Junge, bring mir einen Blumenstrauß." Er setzte in aller Eile sein Hütchen auf, brach wilde Feldblumen ab und band sie zusammen. Als er damit die Treppe hinaufstieg, begegnete ihm der Gärtner und sprach: "Wie kannst du der Königstochter einen Strauß von schlechten Blumen bringen? Geschwind hole andere und suche die schönsten und seltensten aus." "Ach nein", antwortete der Junge, "die wilden riechen kräftiger und werden ihr besser gefallen." Als er in ihr Zimmer kam, sprach die Königstochter: "Nimm dein Hütchen ab, es ziemt sich nicht, dass du es vor mir aufbehältst." Er antwortete wieder: "Ich darf nicht, ich habe einen grindigen Kopf." Sie griff aber nach dem Hütchen und zog es ab, da rollten seine goldenen Haare auf die Schultern herab, dass es prächtig anzusehen war. Er wollte Fortspringen, aber sie hielt ihn am Arm und gab ihm eine Handvoll Dukaten. Er ging damit fort, achtete aber des Goldes nicht, sondern brachte es dem Gärtner und sprach: "Ich schenke es deinen Kindern, die können damit spielen." Den anderen Tag rief ihm die Königstochter abermals zu, er sollte ihr einen Strauß Feldblumen bringen, und als er damit eintrat, grapste sie gleich nach seinem Hütchen und wollte es ihm wegnehmen, aber er hielt es mit beiden Händen fest. Sie gab ihm wieder eine Handvoll Dukaten, aber er wollte sie nicht behalten und gab sie dem Gärtner als Spielwerk für seine Kinder. Den dritten Tag ging's nicht anders, sie konnte ihm sein Hütchen nicht wegnehmen, und er wollte ihr Gold nicht.

Nicht lange danach ward das Land mit Krieg überzogen. Der König sammelte sein Volk und wusste nicht, ob er dem Feinde, der übermächtig war und ein großes Heer hatte, Widerstand leisten könne. Da sagte der Gärtnerjunge: "Ich bin herangewachsen und will mit in den Krieg ziehen, gebt mir nur ein Pferd." Die anderen lachten und sprachen: "Wenn wir fort sind, so suche dir eins; wir wollen dir eins im Stall zurücklassen." Als sie ausgezogen waren, ging er in den Stall und zog das Pferd heraus; es war an einem Fuße lahm und hinkte. Dennoch setzte er sich auf und ritt fort nach dem dunklen Wald. Als er an den Rand des Waldes gekommen war, rief er dreimal "Eisenhans!" so laut, dass es durch die Bäume schallte. Gleich darauf erschien der wilde Mann und sprach: "Was verlangst du?" - "Ich verlange ein starkes Ross, denn ich will in den Krieg ziehen." - "Das sollst du haben und noch mehr als du verlangst." Dann ging der wilde Mann in den Wald zurück, und es dauerte nicht lange, so kam ein Stallknecht aus dem Walde und führte ein Ross herbei, das schnaubte aus seinen Nüstern und war kaum zu bändigen. Und hinterher folgte eine große Schar Kriegsvolk, ganz in Eisen gerüstet, und ihre Schwerter blitzten in der Sonne. Der Jüngling übergab dem Stallknecht sein dreibeiniges Pferd, bestieg das andere und ritt vor der Schar her. Als er sich dem Schlachtfeld näherte, war schon ein großer Teil von des Königs Leuten gefallen, und es fehlte nicht viel, so mussten die übrigen weichen. Da jagte der Jüngling mit seiner eisernen Schar heran, fuhr wie ein Wetter über die Feinde und schlug alles nieder, was sich ihm widersetzte. Sie wollten fliehen, aber der Jüngling saß ihnen auf dem Nacken und ließ nicht ab, bis kein Mann mehr übrig war. Statt aber zu dem König zurückzukehren, führte er seine Schar auf Umwegen wieder zu dem Walde und rief den Eisenhans heraus. "Was verlangst du?" fragte der wilde Mann. "Nimm mein Ross und deine Schar zurück und gib mir mein dreibeiniges Pferd wieder." Es geschah alles, was er verlangte, dann ritt er auf seinem dreibeinigen Pferde heim. Als der König wieder in sein Schloss kam, ging ihm seine Tochter entgegen und wünschte ihm Glück zu seinem Siege. "Ich bin es nicht, der den Sieg davongetragen hat", sprach er, sondern ein fremder Ritter, der mir mit seiner Schar zu Hilfe kam." Die Tochter wollte wissen, wer der fremde Ritter wäre, aber der König wusste es nicht und sagte: "Er hat die Feinde verfolgt, und ich habe ihn nicht wieder gesehen." Sie erkundigte sich bei dem Gärtner nach seinem Jungen; der lachte aber und sprach: "Eben ist er auf seinem dreibeinigen Pferde heimgekommen, und die anderen haben gespottet und gerufen: "Da kommt unser Hinkebein wieder an!" Sie fragten auch: 'Hinter welcher Hecke hast du gelegen und geschlafen?' Er aber sprach: "Ich habe das Beste getan, und ohne mich wäre es schlecht gegangen." Da ward er noch mehr ausgelacht.

Der König sprach zu seiner Tochter: "Ich will ein großes Fest ansagen lassen, das drei Tage währen soll, und du sollst einen goldenen Apfel werfen; vielleicht kommt der Unbekannte herbei." Als das Fest verkündet war, ging der Jüngling hinaus zu dem Walde und rief den Eisenhans. "Was verlangst du?" fragte er. "Dass ich den goldenen Apfel der Königstochter fange." - "Es ist so gut, als hättest du ihn schon", sagte der Eisenhans; "du sollst auch eine rote Rüstung dazu haben und auf einem stolzen Fuchs reiten." Als der Tag kam, sprengte der Jüngling heran, stellte sich unter die Ritter und ward von niemand erkannt. Die Königstochter trat hervor und warf den Rittern einen goldenen Apfel zu, aber keiner fing ihn als er allein; sobald er ihn aber hatte, jagte er davon. Am zweiten Tag hatte ihn der Eisenhans als weißen Ritter ausgerüstet und ihm einen Schimmel gegeben. Abermals fing er allein den Apfel, verweilte aber keinen Augenblick, sondern jagte damit fort. Der König ward bös' und sprach: "Das ist nicht erlaubt, er muss vor mir erscheinen und seinen Namen nennen." Er gab den Befehl, wenn sich der Ritter, der den Apfel gefangen habe, wieder davonmachte, so sollte man ihm nachsetzen, und wenn er nicht gutwillig zurückkehrte, auf ihn hauen und stechen. Am dritten Tag erhielt er vom Eisenhans eine schwarze Rüstung und einen Rappen und fing auch wieder den Apfel. Als er aber damit fortjagte, verfolgten ihn die Leute des Königs, und einer kam ihm so nahe, dass er ihm mit der Spitze des Schwertes das Bein verwundete. Er entkam ihm jedoch, aber sein Pferd sprang so gewaltig, dass ihm der Helm vom Kopfe fiel, und sie konnten sehen, dass er goldene Haare hatte. Sie ritten zurück und meldeten dem König alles.

Am anderen Tag fragte die Königstochter den Gärtner nach seinem Jungen. "Er arbeitet im Garten; der wunderliche Kauz ist auch bei dem Feste gewesen und erst gestern Abend wiedergekommen; er hat auch meinen Kindern drei goldene Äpfel gezeigt, die er gewonnen hat." Der König ließ ihn vor sich fordern, und er erschien und hatte wieder sein Hütchen auf dem Kopfe. Aber die Königstochter ging auf ihn zu und nahm es ihm ab, und da fielen seine goldenen Haare über die Schultern, und er war so schön, dass alle erstaunten. "Bist du der Ritter gewesen, der jeden Tag zu dem Feste gekommen ist, immer in einer anderen Farbe, und der die drei goldenen Äpfel gewonnen hat?" fragte der König. "Ja", antwortete er, "und da sind die Äpfel", holte sie aus seiner Tasche und reichte sie dem König. "Wenn Ihr noch mehr Beweise verlangt, so könnt Ihr die Wunde sehen, die mir Eure Leute geschlagen haben, als sie mich verfolgten. Aber ich bin auch der Ritter, der Euch zum Sieg über die Feinde verholfen hat." - "Wenn du solche Taten verrichten kannst, so bist du kein Gärtnerjunge: sage mir, wer ist dein Vater?" - "Mein Vater ist ein mächtiger König, und des Goldes habe ich die Fülle und so viel ich nur verlange." - "Ich sehe wohl", sprach der König, "ich bin dir Dank schuldig, kann ich dir etwas zu Gefallen tun?" - "Ja", antwortete er, "das könnt Ihr wohl, gebt mir Eure Tochter zur Frau." Da lachte die Jungfrau und sprach: "Der macht keine Umstände, aber ich habe schon an seinen goldenen Haaren gesehen, dass er kein Gärtnerjunge ist." Dann ging sie hin und küsste ihn. Zu der Vermählung kamen sein Vater und seine Mutter und waren in großer Freude, denn sie hatten schon alle Hoffnung aufgegeben, ihren lieben Sohn wiederzusehen. Und als sie an der Hochzeitstafel saßen, da schwieg auf einmal die Musik, die Türen gingen auf, und ein stolzer König trat herein mit großem Gefolge. Er ging auf den Jüngling zu, umarmte ihn und sprach: Ich bin der Eisenhans und war in einen wilden Mann verwünscht, aber du hast mich erlöst. Alle Schätze, die ich besitze, sollen dein Eigentum sein."



Das hier, das ist der Herr M. Der Herr M. kommt aus Aretsried, das liegt in Bayern, also ganz im Süden.

Der Herr M. ist ein Unternehmer und das, was in den Fabriken von Herrn M. hergestellt wird, habt ihr sicher alle schon mal gesehen, wenn ihr im Supermarkt wart. Der Herr M. stellt nämlich lauter Sachen her, die aus Milch gemacht werden. Na ja, eigentlich stellen die Kühe die Milch her, aber der Herr M. verpackt sie schön und sorgt dafür, dass sie in den Supermarkt kommen, wo ihr sie dann kaufen könnt.

Die Sachen, die der Herr M. herstellt sind so gut, dass sogar der Herr B. dafür Werbung gemacht hat. Weil der Herr M. ein Unternehmer ist, hat er sich gedacht, er unternimmt mal was und baut eine neue Fabrik. Und zwar baut er sie in Sachsen, das ist ganz im Osten.

Eigentlich braucht niemand eine neue Milchfabrik, weil es schon viel zu viele davon gibt, und diese viel zu viele Milchprodukte produzieren, aber der Herr M. hat sie trotzdem gebaut.

Und weil die Leute in Sachsen ganz arm sind und keine Arbeitsplätze haben, unterstützt der Staat den Bau neuer Fabriken mit Geld. Arbeitsplätze hat man nämlich im Gegensatz zu Milchprodukten nie genug. Also hat der Herr M. einen Antrag ausgefüllt, ihn zur Post gebracht und abgeschickt.

Ein paar Tage später hat ihm dann das Land Sachsen und die Herren von der Europäischen Union in Brüssel einen Scheck über 70 Millionen Euro geschickt.

70 Millionen, das ist eine Zahl mit sieben Nullen, also ganz viel Geld. Viel mehr, als in euer Sparschwein passt.

Der Herr M. hat also seine neue Fabrik gebaut und 158 Leute eingestellt. Hurra, Herr M. Nachdem die neue Fabrik von Herrn M. nun ganz viele Milchprodukte hergestellt hat, hat er gemerkt, dass er sie gar nicht verkaufen kann, denn es gibt ja viel zu viele Fabriken und Milchprodukte.

Na ja, eigentlich hat er das schon vorher gewußt, auch die Herren vom Land Sachsen und der Europäischen Union haben das gewußt, es ist nämlich kein Geheimnis. Das Geld haben sie ihm trotzdem gegeben.

Ist ja nicht ihr Geld, sondern eures. Klingt komisch, ist aber so. Also, was hat er gemacht, der Herr M.? In Niedersachsen, das ist ziemlich weit im Norden, hat der Herr M. auch eine Fabrik. Die steht da schon seit 85 Jahren und irgendwann hatte der Herr M. sie gekauft. Weil er jetzt die schöne neue Fabrik in Sachsen hatte, hat der Herr M. die alte Fabrik in Niedersachsen nicht mehr gebraucht, er hat sie geschlossen und 175 Menschen haben ihre Arbeit verloren.

Wenn ihr in der Schule gut aufgepasst habt, dann habt ihr sicher schon gemerkt, dass der Herr M. 17 Arbeitsplätze weniger geschaffen hat, als er abgebaut hat. Dafür hat er 70 Millionen Euro bekommen.

Wenn ihr jetzt die 70 Millionen durch 17 teilt, dafür könnt ihr ruhig einen Taschenrechner nehmen, dann wißt ihr, dass der Herr M. für jeden vernichteten Arbeitsplatz über 4 Millionen Euro bekommen hat.

Da lacht er, der Herr M. Natürlich nur, wenn niemand hinsieht. Ansonsten guckt er ganz traurig und erzählt jedem, wie schlecht es ihm geht. Aber der Herr M. sitzt nicht nur rum, sondern er sorgt auch dafür, dass es ihm besser geht. Er ist nämlich sparsam, der Herr M.

Sicher kennt ihr die Becher, in denen früher die Milch von Herrn M. verkauft wurde. Die schmeckt gut und es passten 500 ml rein, das ist ein halber Liter. Seit einiger Zeit verkauft der Herr M. seine Milch aber in lustigen Flaschen, nicht mehr in Bechern. Die sind praktisch, weil man sie wieder verschließen kann und sehen hübsch aus. Allerdings sind nur noch 400 ml drin, sie kosten aber dasselbe. Da spart er was, der Herr M. Und sparen ist eine Tugend, das wissen wir alle.

Wenn ihr aber das nächste mal im Supermarkt seid, dann laßt doch einfach die Sachen von Herrn M. im Regal stehen und kauft die Sachen, die daneben stehen. Die schmecken genauso gut, sind meistens billiger und werden vielleicht von einem Unternehmer hergestellt, für den der Begriff "soziale Verantwortung" noch eine Bedeutung hat.



Kommen Sie bloß nicht wegen Urlaub!
Haben Sie denn gar keine Ehre im Leib?
Wissen Sie überhaupt, wie wenig Sie arbeiten?
Ich will es Ihnen einmal vorrechnen:
Das Jahr hat bekanntlich 365 Tage, nicht wahr?
Davon schlafen Sie täglich 8 Stunden. Das sind 122 Tage.
Es bleiben noch 243 Tage übrig!
Täglich haben Sie 8 Stunden frei, das sind ebenfalls 122 Tage.
Also bleiben noch 121 Tage.
52 Samstage und 52 Sonntage hat das Jahr, an welchen nicht gearbeitet wird. Das macht zusammen 104 Tage.
Was bleibt übrig? 17 Tage!

Aber weiter:

Sie haben täglich mindestens eine Stunde Pause.
Also insgesamt 15 Tage.
Was bleibt übrig? NUR EIN REST VON 2 TAGEN!!
Das Jahr hat aber auch noch 12 Feiertage. Dazu kommt noch der 1. Mai, an dem auch nicht gearbeitet wird. Ergibt zusammen 13 Tage.
Durch die angestrebte 35-Stunden-Woche verkürzt sich die jährliche Arbeitszeit weiter um zirka 11 Tage!
Dieses ergibt zusammen ein minus von 22 Tagen Arbeit, die Sie unserem Unternehmen jedes Jahr noch Schulden!!!!

Und dann kommen sie und wollen noch Urlaub????



Die Umstellung auf den Euro zieht nicht nur einen Schlussstrich unter die 53-jährige Erfolgsgeschichte der D-Mark.

Mit ihr endet auch die 130-jährige, wechselvolle Geschichte der Mark.

Die Gründung des Deutschen Reiches 1871 war auch die Geburtsstunde der Mark.

Am 04.12.1871 trat das „Reichsmünzgesetz“ in Kraft, das im ganzen Reich die Mark zu 100 Pfennig einführte.

Jeder Geldbetrag war noch durch Gold gedeckt – und konnte bis August 1914 auch jederzeit bei einer Bank gegen dieses eingetauscht werden.

Um die staatlichen Goldvorräte zu erhalten, stoppten die Banken dann den Tausch.

1914 benötigte die Reichsregierung zur Finanzierung des Krieges rund 164 Milliarden Mark, die hauptsächlich mit Anleihen aufgetrieben wurden.

Zu viel Geld war für zu wenige Waren in Umlauf, es kam zur Inflation.

Anfang 1923 kostete ein US-Dollar 18000 Mark – am Ende des Jahres waren es 4,2 Billionen.

Um die katastrophale Entwicklung zu stoppen, wurde Ende 1923 als Übergangswährung die Rentenmark eingeführt, eine Billion Mark wurden zu einer Rentenmark.

Ein Jahr später bekam die Mark wieder einen neuen Namen und hieß nun Reichsmark.

Der Weg zum Euro:

Mit der Währungsreform tritt in Westdeutschland am 20.06.1948 die D-Mark an die Stelle der Reichsmark.

In der Sowjetzone wird die „Deutsche Mark der deutschen Notenbank“ ausgegeben.

Am 01.01.1958 treten die Römischen Verträge über die von Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Belgien und Luxemburg gebildete Europäische Wirtschaftsgemeinschaft in Kraft, sie sehen auch eine Abstimmung der Währungspolitik vor.

Am 21.03.1972 wird der Europäische Währungsverbund mit Währungsschlange gegründet.

Am 13.03.1979 tritt das von Frankreichs Staatspräsident Valery Giscard d’Estaing und Bundeskanzler Helmut Schmidt initiierte Europäische Währungssystem (EWS) in Kraft.

Die Korbwährung (Ecu) wird als neue Europäische Währungseinheit eingeführt.

Am 26./27.06.1989 billigt der Europäische Rat unter dem Vorsitz von Bundeskanzler Helmut Kohl  den Plan von Kommissionspräsident Jacques Delors für eine Währungsunion.

Am 01.07.1990 wird die D-Mark offizielles Zahlungsmittel in der noch bis zum 03.10.1990 bestehenden DDR.

Der EU-Vertrag von Maastricht, der die Währungsunion bis 1999 vorsieht und der Beitritts-Kriterien festlegt, wird am 07.02.1992 festgelegt.

Der Maastricht-Vertrag wird am 01.11.1993 ratifiziert.

Aus der Europäischen Gemeinschaft (EG) wird die Europäische Union (EU).

Mit dem Beitritt von Österreich, Schweden und Finnland zählt die EU ab 01.01.1995, 15 Mitglieder.

Im Dezember 1995 werden als neue Namen der Währung Euro und Cent festgelegt.

Die EU-Kommission und das EWI empfehlen am 25.03.1998 elf Länder für den Start der Währungsunion.

Außen vor bleiben aus freien stücken Großbritannien, Dänemark und Schweden sowie Griechenland, das die Kriterien noch nicht erfüllt.

Ein EU-Sondergipfel gibt in Brüssel Anfang Mai 1998 grünes Licht für den Euro.

Die Staats- und Regierungschefs bestimmen den 01.01.1999 als Start.

01.01.1999; Der Euro wird gemeinsame Währung der 11 Länder.

In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte.

Das alte nationale Geld bleibt allein gültiges Bargeld.

Ab dem 01.01.2002 ist niemand mehr gesetzlich verpflichtet, D-Mark zu akzeptieren.

Banken und Handel haben sich aber freiwillig auf eine Selbstverpflichtung bis zum 28.02.2002 geeinigt.

Sie werden sowohl D-Mark als auch Euro-Beträge akzeptieren.

Das Wechselgeld soll so weit wie möglich nur noch in Euro ausgegeben werden.

Ab dem 01.03.2002 kann nur noch mit Euro gezahlt werden.

Die Bundesbank und die Landeszentralbanken tauschen D-Mark-Bestände gebührenfrei und unbefristet in Euro.

Bei Hausbanken fallen beim Tausch eventuell Gebühren an, man spricht von 5 bis 10% vom Hundert.

Tschüss D-Mark!




 
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